Weihnachten 2011

Weihnachten ….

Was bedeutet eigentlich Weihnachten? Fest der Liebe, Fest der Rückkehr des Lichtes? Oder einfach nur eine Tradition des Kaufen und Schenken. Stress wegen Verpflichtungen der Familie gegenüber, Erwartungen, Träume, Wünsche und Enttäuschungen… Jeder hat seine eigene Auffassung dieses Festes. Ich war fast davon überzeugt, dass dieses Fest einfach nur nervenaufreibend sei, doch eigentlich kam ich zu einer anderen Feststellung, denn wenn ich unser Verhalten im Laufe der Jahre beobachte, nie haben wir Zeit für Freunde und Familie, weil wir unsere Leben mit Verpflichtungen überladen oder vollbauen lassen. Da gibt es wenigstens dieses Datum, am 24. bzw. 25. Dezember muss es klappen, die Geschenke müssen vorhanden seien, selbst wenn sie bescheiden sind, wenigstens etwas Dekoration im Haus, vielleicht sogar eine Krippe, einen duftenden Tannenbaum, dazu ein paar leckere Spezialitäten und man nimmt sich nichts anderes vor, ist nur für die Familie da. Im Grunde ist das Fest der Liebe dann doch eine gute Idee!

Ich lebe seit über sechzehn Jahren als Deutsche in Frankreich. In diesem Land gibt es keinen zweiten Weihnachtstag. Die Geschäfte bleiben am 24. bis zum letzten Drücker auf – bis zur letzten Minuten gibt es auch noch Kunden, ich weiß wovon ich rede, denn über Jahre verdiene ich meinen Lebensunterhalt im Verkauf. Irgendwie vermisse ich die Besinnlichkeit, frage mich, ob dies zu einem Luxus geworden ist, welche sich nur Menschen aus ‚gehobenen‘ Gehaltsklassen leisten können. Besonders spannend sind die Beziehungen in getrennten Familien, welche sich dann wieder zusammenwürfeln und arrangieren müssen, genervte Kinder und zähneknirschende Eltern – wenn da keine gemütliche Stimmung aufkommen mag, ist kaum verwunderlich. Daher schreibe ich Geschichten, welche in der Weihnachtszeit spielen, wo weihnachtliche Elemente vorkommen, die Menschen aber irgendwie verloren in ihrem Leben sind. Und schon wieder Weihnachten! Fast würde uns das Erscheinen des 24. Dezembers überraschen.

Doch wenn es dann so weit ist, erinnere ich mich an vergangene Weihnachtsfeiern, Jahre in denen ich Posaune im Posaunenchor der evangelischen Kirche spielte, am Gottesdienst teilnahm, Stücke von J.S.Bach an der Orgel hörte oder selber mit dem Chor spielte … die Musik lud den Geist von selbst zur Meditation ein.  Es erschien beinahe einfach, an etwas Heiliges zu denken, etwas, was Menschen weder erklären noch begreifen können. Doch mit ein paar Blicken in unsere Welt, vernebelt, ungewiss, festgehalten in einem Gemälde, in einem Bild. Ohne Worte, mit der Gewissheit, obwohl sich unsere Welt ständig verändert, bleibt das Wesentliche immer gleich. Andere haben das vor uns auch schon gesehen, gefürchtet, geliebt.

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2 Antworten zu Weihnachten 2011

  1. Bienemaja schreibt:

    die meisten Trennungen finden Weihnachten statt.
    die meisten Morde finden Weihnachten statt
    die meisten Suizide ebenfalls. Ganz schlimm ist es, wenn Heiligabend auf Dienstag oder Mittwoch fällt. Die vielen freien Tage erträgt keiner, schon gar nicht mit der Familie.

    • steffeinhorn schreibt:

      Weihnachten – ist in unserer Zeit zu einem Fest der Ansprüche und Erwartungen geworden, das wirkt sich in vielen Zusammenhängen wie ein geladenes Pulverfass aus … naja, dieses Jahr fiel Weihnacht auf Samstag/Sonntag.

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