Der Fisch beißt sich in den Schwanz

(… schrieb ich schon mal im vergangenen April, war wohl sauer ^^ und passt herrlich zum darunterstehenden Video ‚Gave d’Infos‚ von meinem Mann Jean-Luc ESCRIVA ! )

Oder die Schlange, was einem lieber ist. Ich kam nach Frankreich und lernte einen vergessenen, oder besser gesagt: übersehenen Künstler kennen.

Wie das Leben so spielt, mischte sich die Liebe ein und wir blieben zusammen, lebten oder überlebten in unsere heimatlichen Gesellschaft, di e weder seine Musik noch meine Geschichten hören wollte. Wäre doch besser gewesen, wenn wir uns nie um unsere Talente gekümmert hätten.

Unsereins gehört zur Arbeiterklasse.

Man geht zu einem Produzent, der fragt, ob wir einen Verleger hätten, der Verleger fragt, ob wir irgendwo zu hören, bzw. zu lesen seien, wofür wir einen ‚Produzenten brauchen …

Mühsam und dickköpfig basteln wir dennoch an unseren Ideen und stellen sie vor, dafür gehen Jahre ins Land. Dann heißt es nur: wie amateurhaft. Das ist doch nicht das Richtige…

Was ist denn richtig?

Denn Mist, den wir ehrfürchtig von den oberen 10.000 konsumieren dürfen?

Manchmal keimt eine Hoffnung auf, welche von anderen schnell nieder getrampelt wird, damit keine unnötige Konkurrenz aufkommt.

Ja, wir müssten mit jemanden von der Liga der Elite freundlich gesinnt sein… vielleicht könnten die uns helfen… nur dann, wenn wir denen auch massenhaft Geld einbringen. („Haste mal’n Vertrag mit Sony oder Appel zur Hand…?“)

Dem Geld fehlt unsereins, wie allen kleinen Leuten am meisten. Die Masse rennt zum Fußballspiel und findet das toll. Findet sie das auch toll, dass die Fußballer sich jeden Monat ein neues Haus kaufen könnten, wo unsereins damit rechnen muss, sein Haus zu verlassen, weil er seinen Job verloren hat und keinen anderen finden kann …????

Was tun?

Revolution?

Ich mag kaum an die Möglichkeit einer Revolution denken, denn selbst Massenselbstmorde würden meiner Meinung nach kaum Beachtung geschenkt. Selbst die schlimmsten Katastrofen können vorhergesehen und übersehen werden, solange die Geschäfte für die Mächtigen funktionieren…

Wenn einer keine Lust mehr hat, um da mitzuspielen, nennt man das ‚Depression‘ und gibt gehirnabstellende Medikamente. Wer möchte schon mit einem depressiven Menschen befreundet sein?

Niemand.

So einer passt nicht in das System.

Nachdem sich die Masse zu Wesen entwickelt hat, dessen Kontonummern und Steuerabrechnungen wichtiger sind als ihre Gedanken oder ihre Gefühle, können wir uns mit ruhigen Gewissen um die Wehwehchen der Denkenden, der Einflussreichen, der Interessanten, der Mächtigen kümmern…

Wozu gegen Windmühlen kämpfen, ich werde bald wieder irgendwelche Konsumgüter verkaufen, meine Töchter wachsen, ich werde älter, mein Haar wird schüttern, mein Mann wird älter… ums Überleben kämpfen und den Mund halten, Steuern zahlen, damit es anderen gut geht, Fußballspiele gucken, damit andere sich tolle Reisen und Häuser leisten können, blöde Musik hören, damit die meinesgleichen mich nicht auch noch für sonderlich erklären, mich nicht dagegen wehren, wenn meine Kinder Superstars toll finden… Bücher lesen, die von Reichen geschrieben wurden, die ich anbeten darf – amen!

 

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