Der kleine Gmork sucht ein Zuhause ^^

Was ist denn ein Gmork? Das wissen die beiden Schwestern Meike und Tine auch nicht. Die Eltern sind ausgegangen und die zwei Mädchen sind allein zu Hause. Normalerweise soll die fünfjährige Meike bald zu Bett gehen, aber da sitzt etwas Merkwürdiges, Schreckliches in der Toilette neben dem Mülleimer. Sie traut sich nicht, alleine dahin zu gehen … Ich habe diese kleine Geschichte meinen Töchtern Sam und Lilou erzählt, da waren beide 8 Jahre alt, und endlich aufgeschrieben. Es erzählt von zwei unterschiedlichen Mädchen, denn Tine ist viel älter als ihre kleine Schwester, ein richtiger Teenager eben, sie möchte am liebsten in Ruhe gelassen werden und ihren eigenen Träumen nachhängen. Doch mit der Begegnung des Gmorks ändert sich das völlig. Denn ein Gmork ist klein, hat fürchterliche spitze Zähne, grosse Ohren und runde Augen, dazu einen pelzigen Körper und einen Riesenhunger. Er frisst alles Nahrhafte bedingungslos auf. Die Kinder entscheiden sich sofort, dieses Wesen vor den Erwachsenen zu verstecken, wobei das Abenteuer sofort beginnt.

Vorläufig steht ‚Der kleine Gmork‘ noch zur Veröffentlichung frei. Zum Vorgeschmack biete ich einfach eine Leseprobe aus dem ersten Kapitel an : 1.Kapitel – Ein ungeladener Gast « Tine? », fragte das kleine Mädchen mit vorsichtiger Stimme und drückte sich behutsam durch den Türspalt. Sie war gerade fünf Jahre alt, wusste aber genau, wann sie das Zimmer ihrer großen Schwester betreten durfte und wann nicht. An diesem Abend waren ihre Eltern ausgegangen, Tine hatte sich wie eine Erwachsene um das Abendbrot gekümmert, wollte jetzt aber lieber für sich sein. Es hatte mit ihrer besten Freundin einen Streit gegeben. „ Was ist denn? Warum kann ich nicht mal für mich sein?“, fragte Tine mit gedehntem Ton und nahm ihre rosafarbenen Kopfhörer ab. Die kleine Meike setzte ihr niedliches Lächeln auf und schob sich am Bett ihrer Schwester vorbei bis hin zum Schreibtisch. „Was machst du gerade?“, erkundigte sie sich so beiläufig wie möglich. „Hast du noch Hausaufgaben?“ Tine blickte auf ihr aufgeschlagenes Geschichtsbuch und seufzte. Eigentlich sollte sie noch lernen aber heute war nicht der richtige Abend dafür. Sie war der Meinung, dass es für die Schule viel zu viel zu tun gab als einer Zwölfjährigen zugemutet werden konnte. „Nein, nein, die sind erledigt. Ich höre Musik …“, erklärte sie und ließ das Buch zuklappen. „Was denn für Musik? Darf ich mithören?“ Tine nahm ihre kleine Schwester auf ihre Knie und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. „Es ist doch bald Zeit zum Schlafengehen. Ich bin sicher, Deine Freundinnen aus dem Kindergarten sind schon im Bett.“ Meike nickte und spielte mit dem Anhänger, welchen ihre große Schwester um den Hals trug. Ein kleines silbernes Einhorn an einer schwarzen Kordel. „Willst du nicht schon mal mit Zähneputzen anfangen? Ich komme gleich und helfe dir mit deinem Schlafanzug.“ „Ich hab Angst…“ „Das brauchst du doch nicht. Mittlerweile haben wir Frühling und es ist noch nicht dunkel draußen.“ „Doch, halbdunkel wird es bald.“ „Aber ich bin doch da …“ Meike ließ von dem Einhorn ab und betrachtete sich den Schreibtisch. Sie mochte diesen Ort besonders gerne, denn dort befanden sich so viele verbotene, hübsche Dinge, wie bunter Füller, feines Schreibpapier und verschlossene Tagebücher. Wenn Tine nicht da war, durfte sie überhaupt nicht an den Tisch herantreten, das war eine Regel. Doch wenn sie in den Armen ihrer Schwester war, durfte sie sich wenigstens umschauen und ihr Löcher in den Bauch fragen. „Ich muss mal Pipi machen.“, sagte das kleine Mädchen einfach und griff nach einem Radiergummi in Erdbeerform. „Das ist doch normal. Bevor man sich schlafen legt, geht man noch mal auf Toilette.“ „Aber ich habe Angst.“ „Warum denn nur? Es gibt doch keinen Grund.“ „Doch…“ „Ach, und der wäre?“ „Da ist was in der Toilette.“ Tine fuhr sich genervt mit der Hand über das Gesicht und atmete einmal tief durch. Was wollte sich dieser kleine Quälgeist nun einfallen lassen, damit sie sich um sie kümmern musste? „Da ist nichts in der Toilette.“, erwiderte sie streng. „Woher willst du das wissen? Du hast ja gar nicht nachgeschaut. Du hast nur selber Angst.“, brummte Meike mit bemerkenswert tiefer Stimme, weil sie enttäuscht war. „Das ist nicht wahr! Ich fürchte mich nicht. Und du solltest auch lernen, allein zu gehen. Mama und Papa sind nicht da, das ist aber kein Grund.“ „Doch, du hast vor Nachtfaltern Angst, wie das letzte Mal…“, fiel ihr die Kleine ins Wort. „Einen Totenkopffalter! Und das war im vergangenen Sommer. Kannst du dich an die Größe von diesem Untier erinnern? Der war fast so groß wie ein kleiner Vogel…“, verteidigte sich Tine schnell und ihre Schwester lachte. „Ja, und er machte Brummgeräusche mit seinen Flügeln wenn wir das Licht anstellten. Wir mussten auf Papa warten, der hat ihn mit einem Glas raus in den Garten gebracht. Aber bis dahin haben wir Pipi in mein Töpfchen gemacht.“ Tine verzog unwillig den Mund, weil es ihr peinlich war, in ihrem Alter so ein Ding benutzt zu haben, wo andere Mädchen ihrer Klasse schon mit ihren ersten Regeln prahlten. Aber der riesige Nachtfalter war eine Ausnahme gewesen. Von diesem Tag an machte sie abends immer alle Fenster sorgfältig zu. Sie konnte die Leichtsinnigkeit ihrer Eltern nicht verstehen, wo sie bei schönem Wetter immer alles offen ließen. Sie mochte keine Nachtfalter und wollte auf jeden Fall eine weitere Begegnung mit einem Totenkopffalter oder einer großen Spinne vermeiden. „Jetzt hab dich nicht so!“, hatte ihr Vater gesagt. „Sei doch froh, dass wir von so einer gesunden Natur umgeben sind.“ Nur Erwachsenen konnten so reden, scheinbar machte denen nichts Angst… „Meinetwegen benutze du dein Töpfchen. Ich werde es dann ausleeren und du kannst dich fürs Bett fertig machen.“, schlug Tine vor, doch erntete nur ein energisches Kopfschütteln. „Ich mag nicht hoch gehen, weil da was in der Toilette ist.“ „Herrje, willst du denn dein Leben lang ein Feigling sein?“ „Feigling selber! Du guckst ja nicht einmal nach!“ Tine zog ärgerlich ihre Augenbrauen zusammen und fragte: „Wenn ich nachschaue, kommst du dann mit mir?“ Doch Meike hob nur die Schultern an als wüsste sie nicht, was sie antworten sollte. „Und wenn ich nichts in der Toilette finde, was dann?“ Die kleine machte einen ulkigen Gesichtsausdruck und blies ihre Wangen auf. „Also gut, ich werde nachschauen. Du wirst sehen, wie unangenehm es ist, wenn man Lügen erzählt, um sich interessant zu machen…“ Vehement stellte Tine ihre Schwester auf den Fussboden und erhob sich von ihrem Stuhl. Kaum hatte sie ihr Zimmer verlassen, wurde sie in ihrem Elan gestoppt, denn die Kleine folgte ihr nur sehr zögernd. „Na, was ist denn? Selbst wenn dort nichts zu finden ist, werde ich dich schon nicht auffressen. Komm mit – es wird schon spät.“ Sie streckte Meike ihre Hand entgegen, welche diese nach kurzem Zögern ergriff. Sie schien wirklich bedrückt zu sein und die große Schwester musste etwas dagegen unternehmen.

„Weißt du Tine, ich mag nicht wie seine Augen leuchten, wenn er im Halbdunkeln sitzt und ich das Licht anknipse.“, versuchte sie zu erklären. „Aber die Augen eines Nachtfalters leuchten doch nicht… du bildest dir das nur ein.“ „Du hast ihn noch nicht gesehen.“ Offensichtlich war Meike sehr überzeugt und Tine wurde es allmählich mulmig. Es war so still im Haus und die Treppe zum ersten Stock erschien ihr mit einem Mal sehr finster. Ob Papa wieder das kleine Fenster offengelassen hatte? Natürlich waren die Motten und Nachtfalter vom geringsten Licht im Hause angezogen und in die Räume geflogen. Sie mochte es auch nicht besonders, wenn sie unberechenbar durch die Luft surrten und sich vielleicht in den Haaren verfingen. Wenn sie irgendwo mit ihren grauen Flügeln flach auf der Tapete saßen, konnte Tine ihren Blick nicht von ihnen wenden – sie behielt diese Angstmacher lieber im Auge. „Du weißt schon, wie sich Papa lustig über uns macht, wenn wir uns vor den Faltern fürchten. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als mutig zu sein.“, sprach Tine und schluckte ihre aufkommende Furcht runter. „Das ist aber was Größeres…“ Langsam stiegen die Schwestern Stufe für Stufe die Treppe hinauf. „Wohl kaum grösser als ein Totenkopffalter…“ „Ich glaube schon.“ Mittlerweile wusste Tine nicht, ob die Kleine übertrieb oder sie wirklich etwas gesehen hatte. Aber was nur? Eine Maus? Eine Fledermaus? Eine schwarze Spinne? Die Tür zur Toilette war einen kleinen Spalt geöffnet und Tine presste die Lippen aufeinander. Was, wenn das Tier da durch geschlüpft war und sich sonst wo im Hause aufhielt? Sie blickte ihre kleine Schwester fragend an, konnte es sich aber nicht erlauben, jetzt feige zu erscheinen. Sie atmete einmal tief durch und näherte sich der Tür. „Sei vorsichtig…!“, flüsterte Meike leise. Augenblicklich hielt Tine in ihrer Bewegung ein. „Nun komm schon, so schlimm kann es doch nicht sein!“, sprach die große Schwester mit fester Stimme. Meike zog zögernd die Schultern hoch und meinte: „Ich habe so etwas noch nie in meinem Leben gesehen.“ „Das ist ja auch ganz normal, du bist ja noch so klein.“ Tines Geduld war nun endgültig am Ende, entschlossen stupste sie die Toilettentür an und blickte in den kleinen, dunklen Raum – in dem wenigen Licht konnte sie nichts erkennen. „Schalte doch bitte das Licht im Flur an!“, sprach sie zu ihrer jüngeren Schwester und konnte selbst nicht sagen, warum sie flüsterte. Meike gehorchte und knipste behutsam mit ihrer kleinen Hand den Schalter an. Die Augen der Mädchen hatten sich an die Finsternis gewöhnt und sie mussten beide im ersten Moment blinzeln. Doch Tine konnte noch immer nichts Merkwürdiges im Kloräumchen erkennen. Unwillkürlich musste Tine ihre Hände zu Fäusten ballen, bevor sie sich durchringen konnte, das Licht der Toilette anzustellen. Kaum war das Licht angeschaltet, hörte sie ein leises Rascheln. Normalerweise hätte sie dieses feine Geräusch nicht wahrgenommen, aber sie wagte es kaum, zu atmen. „Hast du das gehört?“, fragte sie flüsternd ihre kleine Schwester, doch Meike schüttelte den Kopf. Vielleicht hatte Tine sich das auch nur eingebildet? Nun war sie wohl gezwungen, lautlos einen Schritt in den Raum zu wagen und vorsichtig um die Ecke zu schauen. Dabei würde sie feststellen, das Nichts im Innern war und Meike sich alles nur ausgedacht hatte. Natürlich hatte Papa das Fenster auf gelassen, sie würde es schließen und kein Störenfried würde sie mehr von der abendlichen Ruhe abhalten. Da stand die Toilette, offen und gähnend, nichts im Wasserloch, daneben die Klobürste und ein Zeitungsständer mit zerlesenen Illustrierten, Meike‘s Töpfchen und auf der anderen Seite an der Wand stand der kleine Mülleimer – mit einem Mal schrak Tine zurück, ihr Herz schien einen Bruchteil einer Sekunde stehen zu bleiben und schlug dann nur um so heftiger. Was Tine dort hinter dem mit Blumen bedruckten Mülleimer sah, hatte sie in der Tat noch nie in ihrem Leben gesehen. Ein pelziges, kleines Wesen blickte sie aus drohenden, runden Augen an. Dünne Beinchen und Ärmchen steckten in dem schwarzen Pelz, eine lange, knollige Nase krümmte sich unter seinen großen Augen. Tine und das Wesen starrten einander forschend an, ihr Puls trommelte in den Ohren und sie wagte nicht, sich zu rühren.

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2 Antworten zu Der kleine Gmork sucht ein Zuhause ^^

  1. Sunelly_Sims schreibt:

    Auch ich weiß, wie es ist, wenn das kleine Schwesterlein ein bisserl nervt – überhaupt dann, wenn die Eltern nicht daheim sind… 🙂
    Der kleine Gmork wird bestimmt viele Kinder begeistern – sehr lieb geschrieben!

    LG
    Sunelly Sims

  2. bruedergoedde schreibt:

    Das ist ein toller Text, der uns gut gefällt.
    Viel Glück und Erfolg!

    Mit elchigen Grüßen,
    bruedergoedde

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